25.11.2016

Museum Humpis-Quartier

Pressetext zum Museum

Pressebilder

Museum Humpis Quartier
© Museum Humpis-Quartier
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Bohlenstube
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Gerbergrube
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Innenhof
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Führung
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Inmitten der historischen Ravensburger Altstadt wurde im Juli 2009 das neue „Museum Humpis-Quartier“ eröffnet. Damit öffnete die Große Kreisstadt ein mittelalterliches Ensemble aus insgesamt sieben Gebäuden, in dem sie ihre etwa 1000-jährige Geschichte mit modernsten Mitteln und doch in authentischer Form darstellen kann. Für den Raum Bodensee-Oberschwaben entstand eines der größten kulturhistorischen Museen.

Das Humpis-Quartier ist eines der besterhaltenen spätmittelalterlichen Wohnquartiere in Süddeutschland. Die Fernhandelsfamilie Humpis hat dem Ensemble im 15. Jahrhundert die heutige Gestalt gegeben. Das Museum ist ein ungewöhnlicher Ort, an dem städtische Kulturgeschichte vom 11. bis zum 21. Jahrhundert emotional und authentisch erlebt werden kann. Insgesamt sieben Gebäude erwarten die Besucher mit Ausstellungen, Veranstaltungen und museumspädagogischen Angeboten. Im glasüberdachten Innenhof ensteht eine inspirierende Spannung zwischen Kulturdenkmal und moderner Architektur.

Seit der Entstehung Ravensburgs, also seit annähernd 1000 Jahren, leben Menschen in den Gebäuden oder Vorgängerbauten des Humpis-Quartiers. Der letzte Bewohner hat dort noch bis 2005 gewohnt. Sie alle haben Spuren hinterlassen und die meisten von ihnen sind namentlich bekannt. Dies eröffnet die einzigartige Chance, die Geschichte des Quartiers und der Stadt Ravensburg auf persönliche und emotionale Weise besonders authentisch und anschaulich zu erzählen. Vier ehemalige Bewohner, die dem Quartier seine besondere Prägung verliehen haben, sind hierfür ausgewählt worden.
Den Originalschauplatz für ihre Lebensgeschichten bildet das Humpis-Quartier, Ort des Museums und wertvollste Exponat zugleich. Damit seine Aura des Einzigartigen, die besondere Ausstrahlung und der zum Teil morbide Charme erhalten blieb, erfolgte lediglich eine Sicherung der vorhandenen Substanz, keine Rekonstruktion oder gar glatte und aufwendige Sanierung. So stellt das Quartier eine spannende begehbare Lebenswelt dar. Sie erlaubt es, im Mittelalter auf Zeitreise zu gehen, durch sieben Gebäude, über 50 Räume, Dachböden und Keller, um im Heute wieder anzukommen.

Bei einer archäologischen Ausgrabung im Innenhof des Humpis-Quartiers kam ein sensationeller Fund zutage: die Werkstatt und das steinerne Sockelgeschoss eines Fachwerkgebäudes, in dem ein Lederhandwerker wohnte und arbeitete. Es ist eines der ältesten Bauten des welfischen Ravensburgs und ist in den stimmungsvollen Kellergewölben zu sehen.
Im ersten Geschoss taucht das Publikum ein in die Welt des erfolgreichen Fernhändlers und Bürgermeisters Hans Humpis, dessen Familie im 15. Jh. das jetzige Museumsquartier in adelsähnlichen Verhältnissen bewohnte. Weiter geht die Zeitreise zu einem Gerber als typischen Zunfthandwerker im gemischt-konfessionellen Ravensburg des 18. Jahrhunderts. Dessen Dachboden zum Trocknen der Tierhäute kann ebenso wie eine Gerbgrube besichtigt werden.
Für das Zeitalter der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts steht die Geschichte des ehemaligen Humpiswirts und Bierbrauers Gottfried Rösch, sozusagen dem Gründer der legendären Humpisstuben, einer attraktiven Stadtwirtschaft, die sich inmitten des Quartiers befindet.

Das Museum Humpis-Quartier versteht sich als "wachsendes Museum", das immer wieder Anreize für einen erneuten Besuch schafft. Mit dem Thema "Schwabenkinder" werden seit 2011 die ersten drei von neun "Kabinetträumen" bespielt. Die Schwabenkinder waren 8-14jährige Jungen und Mädchen, die alljährlich im Frühjahr aus den Alpenregionen nach Ravensburg kamen und auf dem zentralen Kindergesindemarkt in der Bachstraße als Hütekinder und Mägde an oberschwäbischen Bauern vermittelt wurden. Im Museum erfährt der Besucher vom beschwerlichen Weg der Kinder aus Vorarlberg, Graubünden und Tirol nach Ravensburg. Er erlebt die beklemmende Situation auf dem Schwabenkindermarkt des 19. Jahrhunderts und macht Bekanntschaft mit Ravensburger Kindheitserlebnissen. Mittels Hörspielen erhält der Besucher Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Kinder.
Weitere drei Kabinette wurden im Dezember 2013 eröffnet: Ravensburg war im späten Mittelalter Teil eines der wichtigsten Textilreviere Europas. Dieser Ausstellungsbereich veranschaulicht die Bedeutung der Produktion von Leinwand und dem Baumwollmischgewebe Barchent für die oberschwäbische Reichsstadt.
In der Nachkriegszeit kamen 6.000 Heimatvertriebene aus Ostpreußen, Westpreußen, Danzig, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland nach Ravensburg. In ihrem Gepäck waren nur wenige Gegenstände, traumatische Erlebnisse und die Hoffnung, ein neues Zuhause in Ravensburg zu finden. Die Heimatvertriebenen machten ein Viertel der damaligen Bevölkerung aus und veränderten die Stadt räumlich, sozial, politisch, wirtschaftlich und kulturell. Ihnen ist seit 2014 eine Kabinettausstellung in weiteren drei Räumen gewidmet.
Das nunmehr letzte Kabinett wird Mai 2017 dem Thema "Hexenverfolgung in Ravensburg" gewidmet. In den 1480er Jahren war Ravensburg eines der Zentren bei der Entstehung von Hexenwahn und "Hexenverfolgung" in Europa. Die Frauen wurden inhaftiert, gefoltert und zwei von ihnen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Durchgeführt wurde die "Hexenverfolgung" vom päpstlichen Inquisitor persönlich, dem Dominikaner Heinrich Institoris. Die Ravensburger Verfolgungserfahrungen hat Heinrich Institoris in den berühmt-berüchtigten Hexenhammer aufgenommen, dem von ihm verfassten Handbuch für "Hexenjäger". Es gehört zu den verhängnisvollsten Büchern der Weltliteratur.

Neben der Dauerausstellung bietet das Museum Humpis-Quartier zudem regelmäßig Sonderausstellungen. Ein vielfältiges Führungsangebot für Einzelgäste sowie Gruppen, museumspädagogische Angebote, ein Audioguidesystem, ein Museumsshop mit ausgewähltem Buchsortiment sowie ein abwechlsungreiches Veranstaltungsprogramm im glasüberdachten Innenhof schaffen weitere Möglichkeiten für einen inspirierenden Aufenthalt in diesem Ravensburger Kulturzentrum.

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Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag11 - 18 Uhr
Donnerstag11 - 20 Uhr

Wegen Überarbeitung und Wartung der Ausstellungstechnik bleibt das Museum
von 5.12. - 7.12. und
von 12.12. - 14.12 geschlossen

Karfreitag, 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen. 

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Eintritt

Erwachsene5 € 
Ermäßigt3 €
Kinder bis 18 Jahrefrei 
Gruppen ab 10 Personen
4 € 

Im Eintritt enthalten sind auch die Sonderausstellungen

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Museumsfilm