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11.10.2023

79 80 Ravensburg. Alltag, Apokalypse, Autonomie

Sonderausstellung
Laufzeit: 14. Oktober 2023 bis 18. August 2024

Die Wende der 1970er zu den 80er Jahren war von weltpolitischen Ereignissen und Krisen geprägt: Kalter Krieg und atomare Bedrohung, Umweltzerstörung, Luft- und Wasserverschmutzung sowie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 führten auch im bisher konservativen Ravensburg zu einer politischen Aktivierung und damit zu einer bislang unbekannten Vielfältigkeit des kulturellen Spektrums und der Lebensstile.
Politische Bewegungen und Initiativen wie die Anti-AKW-Bewegung, Umwelt- und Öko-Gruppen, die neue Friedens- und die zweite Frauenbewegung, alternative Zeitungen sowie Kneipen etablierten sich und veränderten die Stadt nachhaltig. Etwa die 1978 gegründete Kulturkneipe Räuberhöhle, der Förderverein Zehntscheuer, das Magazin für Politik und Kultur in der Region, "die Südschwäbischen Nachrichten", oder das 1984 eröffnete Douala.

Im Aufbruch befanden sich die Frauen, die sich ihre Räume in der Stadt und in den politischen Gremien erkämpften, etwa mit den Demonstrationen zur "Walpurgisnacht" gegen Gewalt an Frauen oder der Grünen Frauenliste zur Gemeinderatswahl 1989. Eine vielfältige Jugend- und Musikkultur von Punk über "Schwobarock" bis Pop breitete sich aus und war eng mit dem städtischen Jugendhaus verknüpft. Junge Menschen erprobten neue Lebensstile in Wohngemeinschaften, gründeten genossenschaftlich oder kollektiv organisierte Projekte und Netzwerke. Oder sie genossen neue Freiheiten im Bereich der Mobilität und Freizeitgestaltung.
Erstmals ermöglichten neue Medien und Formate eine flächendeckende und schichtenübergreifende Versorgung mit Unterhaltung, Film, populärer Musik und neuen Trendsportarten: in den heimischen Wohnzimmern erfreuten sich Fernsehserien, Hitparaden und Fitnesssendungen großer Beliebtheit.
Außerdem veränderte sich das Gesicht der Stadt durch Sanierungsmaß-nahmen, Neubau und den zögernden Abschied vom Konzept der autogerechten Stadt. Auch hier spielte bürgerschaftliches Engagement eine große Rolle.

Grund genug, sich diese kontrastreiche Epoche auf dem Weg zur heutigen Stadt einmal genauer anzuschauen und in einer Ausstellung zu präsentieren. Gezeigt werden zahlreiche Objekte aus Privatbesitz, Fotos und Plakate, ergänzt von Videoschnipseln und Audiofiles mit Zeitzeug*innen-Interviews und dem Sound der Zeit.

Ausstellungskonzeption & Kuratorinnen: Miriam Kresser, Sabine Mücke, Museum Humpis-Quartier
Ausstellungsgestaltung & Grafik: 2xGoldstein, Andrew Goldstein, Jeffrey Goldstein, Joshua Kaiss, Erik Schöfer
Ausstellungsbau: Tobias Schäfer
Audio- & Videoschnitt: Peter Berger/Nugat-Video, Florian Dobler/Rauch&Spiegel, Ludger Drunkemühle
Technik: Horst Kassner, Amt für Gebäudemanagement
Öffentlichkeitsarbeit & Marketing: Laura Pölloth
Sekretariat: Martina Gresser
Führungen & Vermittlung: Michael Borrasch, Christophe Freund,
Gabriele Rupp, Christoph Stehle
Empfang & Besucherbetreuung: Karen Beyermann, Alexandra Braxmeier, Christiane Donaubauer-Strobel, Patrizia Geddert, Petra Lorinser, Ingrid Kink, Sabine Ve-ser, Margret Wiggenhauser

Wir danken allen, die mitgewirkt haben, Fotos, Dokumente und Dinge gesucht und gefunden und ihre persönliche Geschichte und Erinnerungen mit uns geteilt haben:

Albert Bauer, Peter Berger, Elvira Birk/Frauen und Kinder in Not e.V., Michael Borrasch, Wolfgang Braig, Matthias Bräuning, Jürgen Bretzinger, Heinz Bucher, Eckhard W. Dorner, Jörg Eberspächer, Wolfgang Engelberger, Klara Engl-Rezbach, Andreas Fanizadeh, Uli Feßler, Thomas Fischer, Christine Franke, Peter Frey, Richard Gerster, Mechtild Gräfin von Walderdorff, Dietmar Hawran, Werner Heinz, Ursula Hofheinz, Made Höld, Thomas Hoyer, Dietmar Hutzel, Werner Jäger-Franke
Ilse Landa, Renate Lau, Herbert Lippenberger, Elke Lippus, Manne Lucha, Heidi Ludewig, Jörg Mayer, Waltraud Mielke-Ruckh, Christine Moosherr, Irene Nägele, Liv Pfluger, Elsbeth Rieke, Hans Reinhard Rieß, Barbara Roth, Hans Ruckh, Joachim Scheible, Klaus Schneider, Regine Schröder, Karl Schweizer, Ingrid Sehle, Renate Sieburg, Anneliese Siegle-Brandl, Tanja Sommer-Mangold, Stadtarchiv Ravensburg, Karin Stübner, Hermann Vogler, Manfred Walser, Rüdiger Werner, Wynrich Zlomke

Für den Download der Audiodateien senden Sie bitte eine Anfrage an laura.poelloth(at)ravensburg.de 

Andreas Fanizadeh zur Stimmung in Ravensburg Anfang der 80er Jahre

Klara Engl-Rezbach zur Frauenliste

Ursula Hofheinz zur Mode der 80er Jahre

Eine Wohngemeinschaft berichtet über ihren Weg nach Ravensburg

Pressebilder

Ausstellungsplakat
© Museum Humpis-Quartier, 2xGoldstein
Aufnahme: 2xGoldstein
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Ausstellungsansicht "79 80 Ravensburg. Alltag, Apokalypse, Autonomie"
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Ausstellungsansicht "79 80 Ravensburg. Alltag, Apokalypse, Autonomie"
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Ausstellungsansicht "79 80 Ravensburg. Alltag, Apokalypse, Autonomie"
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Ausstellungsansicht "79 80 Ravensburg. Alltag, Apokalypse, Autonomie"
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Ausstellungsansicht "79 80 Ravensburg. Alltag, Apokalypse, Autonomie"
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Band der Menschenkette 1983
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Skateboard aus den 80er Jahren
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Kinokarten-Spender
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 11 - 18 Uhr
 

Karfreitag, 24., 25., 26. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen. Ostermontag und Pfingstmontag ist das Museum geöffnet.

zu den Öffnungszeiten

 

Eintritt

Erwachsene7 € 
Ermäßigt5 €
Kinder bis 18 Jahrefrei 
Gruppen ab 10 Personen  6 € 

zu den Eintrittspreisen

 

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