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Ausgrenzung und Verfolgung

Ravensburger Sinti im Nationalsozialismus

die Laufzeit wird verschoben

Internationaler Museumstag 2021

Erste Einblicke in die Ausstellung

Vor der Eröffnung der neuen Sonderausstellung "Ausgrenzung und Verfolgung. Ravensburger Sinti im Nationalsozialismus" geben Museumsdirektorin Sabine Mücke und Kurator Peter Fritsch in einem kurzen Video erste Einblicke in die Ausstellung und stellen zwei Objekte vor.

Anhand zahlreicher Orden und Anstecker verschiedenster NS-Organisationen wird sichtbar, wie präsent das nationalsozialistische Regime im alltäglich Leben war und wie es insbesondere wohltätige Zwecke zur Propaganda vereinnahmte.
Die persönlichen Erinnerungen einer Sintizza sind in Form von Notizblöcken überliefert, auf denen die Schwiegertochter der Auschwitz-Überlebenden die traumatischen Erlebnisse der Verfolgung niederschrieb.

Die Ausstellung

Die erste Ausstellung des Museums über die Zeit des Nationalsozialismus stellt insbesondere die Geschichte und das Schicksal der Ravensburger Sinti in den Mittelpunkt. Sie thematisiert dabei nicht nur die sich kontinuierlich steigernde Ausgrenzung dieser Minderheit, sondern zeigt auch auf, wie der Großteil der Bevölkerung, der zur nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft" zählte, in relativer Normalität weiterleben und von der Verfolgung anderer profitieren konnte.

Die Ausstellung betont in ihrem Aufbau das Nebeneinander von alltäglicher Normalität unter
Hakenkreuzfahnen und Parteiabzeichen auf der einen Seite und der zunehmenden Erfahrung von Stigmatisierung, Zwang und Vertreibung auf der anderen. Sie zeigt, wie ideologisch missbrauchte Pseudo-Wissenschaft, die systematische Erfassung von Personendaten und stereotypenbildende Fotografie eine fatale und bis heute nachwirkende Verbindung eingingen.

Originaldokumente und Fotos, unter anderem aus dem Stadtarchiv Ravensburg, dem Staatsarchiv Sigmaringen sowie von Privatpersonenn, ermöglichen den Besucher* innen eine aktive und quellenkritische Aneignung.  Erinnerungen und Erzählungen von Ravensburger Sinti sind wichtiger Bestandteil der Ausstellung, ergänzt von bisher noch nicht gezeigten Objekten aus der Sammlung des Museum Humpis-Quartier.

Wissenschaftliche Grundlage der Ausstellung ist die Forschungsarbeit von Dr. Esther Sattig, veröffentlicht 2016 in "Das Zigeunerlager Ummenwinkel. Die Verfolgung der oberschwäbischen Sinti". 

Ausgrenzung und Verfolgung

Die Stadt Ravensburg ergriff bereits 1936 die Initiative zum Bau eines Zwangslagers für die einheimischen Sinti, noch bevor reichsweite Erlasse und Verordnungen zu deren „Festsetzung“ aufforderten. Sie wurden von der örtlichen Polizei erkennungsdienstlich erfasst und durch pseudowissenschaftliche Untersuchungen der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ klassifiziert.

Am 2. November 1936 wurde vom Ravensburger Gemeinderat der Bau des Zwangslagers in die Wege geleitet, welches 1937 im Ummenwinkel fertiggestellt wurde und in das etwa 100 Sinti eingewiesen wurden. Überwacht und durch Verbote schikaniert, mussten sie Zwangsarbeit im städtischen Forst- und Bauamt und bei Unternehmen in der Region leisten. 1943 wurden 34 Männer, Frauen und Kinder ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, 28 wurden dort oder in anderen Lagern ermordet.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag11 - 18 Uhr
 

Karfreitag, 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen.

zu den Öffnungszeiten

 

Eintritt

Erwachsene5 € 
Ermäßigt3 €
Kinder bis 18 Jahrefrei 
Gruppen ab 10 Personen  4€ 

zu den Eintrittspreisen

 

Museumsfilm