Roh.Stoff.Papier - Papierherstellung in Ravensburg

bis 6. Oktober

Umbaupause

Aktuell befinden wir uns in der Umbaupause zwischen zwei Ausstellungen. Aber schon bald beschäftigen wir uns mit einer Neuinszenierung der barocken Klösterle-Krippe und verschiedenen Puppenstuben.

Unsere Art der Kommunikation und unsere Gesellschaft ändern sich durch die Digitalisierung tiefgreifend. Das bis vor wenigen Jahrzehnten wichtigste Medium scheint dabei dem Untergang geweiht: Papier. Billiger als der traditionelle Beschreibstoff Pergament und massenhaft herstellbar, löste Papier vor über 600 Jahren jedoch eine ähnliche mediale Revolution aus. Es ermöglichte einen enormen Anstieg an Schriftlichkeit und eröffnete mit dem Buchdruck, der kaufmännischen Buchführung, der Verwaltungsakte und dem Nachrichtenbrief neue Wege der Wissensspeicherung und des Informationsflusses.

Das Papier wurde im alten China des 1. Jahrhunderts v. Chr. erfunden und trat von dort seinen langsamen Siegeszug nach Westen an. Über die arabische Halbinsel gelangte das Wissen um die Papierherstellung im 12. und 13. Jahrhundert mit den ersten Papierwerkstätten in Spanien und Italien nach Europa. Die erste Papiermühle im heutigen Deutschland wurde 1390 durch einen Kaufmann in Nürnberg errichtet. Kurz darauf, um 1392, folgte eine Papiermühle in Ravensburg, wodurch die Stadt zur zweitältesten Papiermühlenstadt in Deutschland wurde. Ähnlich wie Nürnberg unterhielt Ravensburg enge und rege Handelsbeziehungen nach Italien. Dort lernten die Kaufleute die Papierherstellung kennen und brachten sie in ihre Heimatstädte.

Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts arbeiteten in Ravensburg sechs Papiermühlen. Zusammengenommen wurden jährlich mindestens 9.000 Ries Papier hergestellt, das sind 4.500.000 Bogen – alles in Handarbeit. Ravensburger Papier war im gesamten deutschen Südwesten als gutes und preiswertes Kanzleipapier beliebt. Es wurde aber auch als Fernhandelsware nach Prag, Dänemark, Schweden und ins Baltikum gehandelt. Ohne Unterbrechung produzierten die Ravensburger Papiermühlen bis ins 19. Jahrhundert hochwertiges und gewöhnliches Schreib- und Druckpapier sowie Papier für Spielkarten und Verpackungen.

Die Ausstellung entführt in die Welt des alten Papiermacherhandwerks. Vom Rohstoff über das Schöpfen bis hin zum Leimen zeigt sie, wie Papier hergestellt wurde, und gibt somit einen faszinierenden Einblick in die Werkstatt eines Papiermachers. Herausragende Exponate werfen Schlaglichter auf die Geschichte der Papierherstellung und beleuchten die Bedeutung des Ravensburger Papiers.


Begleitprogramm

Di. 25. Juni | 19.30 Uhr
Was wird aus unserem Altpapier?
Papierherstellung im digitalen Zeitalter
Vortrag mit Dr. Hans-Ludwig Schubert,
Product-Management Voith Group
5 Euro | 3 Euro ermäßigt

Di. 25. Juni | 18 Uhr
Führung durch die Ausstellung
mit Voranmeldung
4 Euro | 2,50 Euro ermäßigt

Fr. 12. Juli
Studienreise nach Basel
mit Besuch der Basler Papiermühle und
des Kunstmuseums Basel

Fr. 16. August | 19 - 24 Uhr
Lange Nacht im Museumsviertel
Kooperation: Museumsviertel Ravensburg
18 Euro

Do. 24. Oktober | 19.30 Uhr
Büchergrüfte: warum Büchersammeln morbide ist und Lesen gefährlich
Autorenlesung mit Prof. Dr. jur. Eric W. Steinhauer
im Kornhaus
Kooperationspartner:
Stadtbücherei Ravensburg
7 Euro | 5 Euro ermäßigt


Öffentliche Führungen


Sonderausstellungen

Sie dürfen gespannt bleiben!

Wir informieren Sie über weitere Ausstellungen und Zeitreisen in vergangene Jahrhunderte.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag11 - 18 Uhr
Donnerstag11 - 20 Uhr

Karfreitag, 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen.

Mehr Info

 

Eintritt

Erwachsene5 € 
Ermäßigt3 €
Kinder bis 18 Jahrefrei 
Gruppen ab 10 Personen
4 € 

Im Eintritt enthalten sind auch die Sonderausstellungen

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Museumsfilm