Rückblick

1484 Hexenwahn: Frauen auf dem Scheiterhaufen!

5. Mai bis 3. Oktober 2017

HexenEnde des 15. Jahrhunderts war der Bodenseeraum eines der Zentren von Hexenwahn und Hexenverfolgung in Europa. Mindestens 48 Frauen wurden als Hexen bei lebendigem Leib verbrannt. Dies war die erste große systematische Verfolgung von Frauen als Hexen im christlichen Abendland. Der Stadt Ravensburg kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu: Der päpstliche Inquisitor Heinrich Institoris führte persönlich die Hexenprozesse in der Reichsstadt durch.

1484 trat Institoris vor die Bürger von Ravensburg und forderte sie auf, ihm Frauen zu nennen, die sich der Hexerei verdächtig gemacht haben. Sechs Frauen wurden festgenommen und unter Folter befragt. Ihnen wurde vorgeworfen Hagelunwetter und Überschwemmungen zusammen mit Teufeln und Dämonen herbeigezaubert zu haben. Nach tagelangen Qualen gestanden Agnes Bader und Anna Mindelheimer mit dem Teufel im Bunde zu sein. Das Stadtgericht Ravensburg verurteilte sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Nach demselben Verfahren wurden auch die anderen 46 Frauen im Bodenseeraum inhaftiert, gefoltert und verbrannt.
Die Erfahrungen aus seiner Ravensburger Verfolgungspraxis hat Institoris in den berühmt-berüchtigten Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) aufgenommen, dem von ihm verfassten Handbuch für "Hexenjäger". Das 1486 erschienene Werk hatte verheerende Wirkung für die weitere Verfolgung in Europa, die bis ins 18. Jahrhundert 40.000 bis 60.000 Todesopfer forderte. Der Hexenhammer gehört zu den frauenfeindlichsten und verhängnisvollsten Büchern der Weltliteratur.


Die Ausstellung setzt sich mit der spätmittelalterlichen Vorstellung von Magie und dem Hexenbegriff der Zeit auseinander. Sie konfrontiert die Besucher anhand der Ravensburger Verfolgung mit einem Inquisitionsprozess und beleuchtet die Täter, ihre Psyche und Motive. Doch gibt sie auch den Opfern ein Gesicht und zeigt die Folgen für die Menschen auf, damals wie heute. Denn die Thematik ist nach wie vor aktuell: Noch immer werden in Afrika und Südamerika Frauen und Kinder als Hexen verfolgt und hingerichtet.
Gemeinsam mit der Sonderausstellung wurde die vierte und letzte Kabinettausstellung "Hexenwahn 1484: Frühe Hexenverfolgung in Ravensburg" eröffnet. Durch die beiden Opfer Anna Mindelheimer und Els Frauendienst erfahren die Besucher vom Ravensburger Hexenprozess. Die Kabinettausstellung wird ermöglicht durch den Lotto Museumspreis Baden-Württemberg und Fördermittel der BW-Bank, dem Landgericht und Amtsgericht Ravensburg, der Familie Dr. Gröber und vielen privaten Förderern.

Kurator: Prof. Dr. Andreas Schmauder

Verspielt! 1000 Jahre Spielkultur in Ravensburg

17. März bis 25. September 2016

Poster "Verspielt! 1000 Jahre Spielkultur in Ravensburg"Ravensburg war und ist eine Stadt der Spiele. Am welfischen Hof der Veitsburg wurde das in Europa seit dem 11. Jahrhundert sehr beliebte Schach gespielt. Das Kartenspielfieber, das um 1400 ganz Europa erfasste, erreichte auch bald die Ravensburger Kaufleute: Die Humpis vertrieben sich die Zeit nach ihren Handelsgeschäften mit Kartenspielen.
Etwa drei Jahrhunderte später wurde Ravensburg mit gleich mehreren Produzenten zu einer Stadt der Spielkartenherstellung. Nebenbei wurde bei allen Gelegenheiten gewürfelt, bei noblen Kaufleuten und einfachen
Handwerkern in gleicher Weise. In der Unterstadt Ravensburgs verspielten Handwerker Hab und Gut beim Würfeln, über Jahrtausende einem der beliebtesten Glückspiele überhaupt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Deutschland der Markt für Unterhaltungs- und Bildungsspiele, der bis ins 20. Jahrhundert hinein eine hohe Bedeutung in aller Welt genoss. Großen Anteil daran hat der von Otto Maier 1883 in Ravensburg gegründete Verlag für Gesellschafts- und Familienspiele, der sich zum bedeutenden Anbieter entwickelte und der Stadt Ravensburg den Beinamen "Stadt der Spiele" einbrachte. Das 20. Jahrhundert war geprägt von einer Vielzahl neuer Spieletrends, den Quiz-, Krimi-, Kommunikations- und Fantasy-Rollenspielen. Das erste Computerspiel war 1958 Vorreiter für eine der einflussreichsten Freizeitgestaltungsformen
des 21. Jahrhunderts.

Die Ausstellung zeigte anhand ungewöhnlicher und vertrauter Objekte aus Museen und Sammlungen Süddeutschlands 1000 Jahre Spielkultur und ließ den Besucher durch interaktive Spielsituationen selbst zum Mitspieler werden.

Gemeinschaftsausstellung der Ravensburger AG und des Museums Humpis-Quartier
Kuratoren: Maren Hyneck M.A. und Tristan Schwennsen M.A.

Die barocke Klösterle Krippe

29. November 2015 bis 2. Februar 2016

Plakat Die barocke Klösterle KrippeDie große »Klösterle-Krippe« mit über 300 Figuren und ihren mächtigen Kulissen auf einer Gesamtlänge von 12,5 Metern gehört zu den interessan-testen und größten Krippen Oberschwabens. Sie ist in besonderem Maße Ausdruck von Frömmigkeit und Krippenkunst.

Ihre heutige Größe und ungewöhnliche Beschaffenheit verdankt sie der Zusammenführung »Mosersche Krippe« aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und einer weiteren barocken Krippe aus Baach bei Zwiefalten. Die Armen Schulschwestern vom Klösterle haben in meisterhafter Handarbeit durch Angleichung und Erneuerung der Kleidung aus den Kenntnissen ihrer Zeit heraus die beiden Krippen zu einer Einheit zusammengefügt. Entstanden ist die große »Klösterle-Krippe« mit fünf Haupt-Szenen: Geburt Christi und die Anbetung der Hirten, der Zug der Heiligen Drei Könige, der Palast des Herodes, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Hochzeit von Kana und Jesus erstes Wunder.

Zuletzt war die barocke »Klösterle-Krippe« 2009/10 im Museum Humpis-Quartier zusehen. Durch großzügige Förderung der Ladnerinnen der Museumsgesellschaft Ravensburg e.V. konnten die teilweise beschädigten Figuren und Textilien im Jahr 2015 restauratorisch gesichert werden, so dass vom 1. Advent 2015 bis Lichtmess 2016 die Krippe in voller Schönheit unter der Regie von Britta De Jans im Museum Humpis-Quartier zu sehen war.

Kuratorin: Britta de Jans
Leihgeber: Provinzialat der Armen Schulschwestern München.

Die Humpis in Barcelona - Rote Koralle für ganz Europa

8. Mai bis 1. November 2015

Plakat Humpis in BarcelonaKoralle und Safran lockten die Humpis, Muntprat und Mötteli in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts nach Barcelona. Um 1380 kamen die ersten Kaufleute aus Oberschwaben und dem Bodenseegebiet in die mediterrane Hafenstadt. Damit gehört Barcelona für die Ravensburger Gesellschaft zu den Handelsplätzen der ersten Stunde. Gleichzeitig waren die Kaufleute aus Ravensburg und Konstanz unter den ersten deutschen überhaupt, die Handelsbeziehungen mit der iberischen Halbinsel aufbauten.
Die Ausstellung nimmt Sie mit in das belebte Barcelona an der Wende zum 15. Jahrhundert. Durchstreifen Sie mit den ersten Ravensburger und Konstanzer Kaufleuten die gotischen Gemäuer der Stadt, entdecken Sie das reichhaltige Warenangebot im Hafenviertel und erfahren Sie, welcher Reichtum die oberschwäbischen Kaufleute nach Barcelona lockte.
Der Aufbruch nach Barcelona bedeutete aber auch, dass sich die Ravensburger in der fremden Stadt zurechtfinden mussten: Wer verkaufte die schönsten Korallen? Wo gab es reinen Safran zu einem günstigen Preis? Sehen Sie, welche Hürden die Humpis, Muntprat und Mötteli zu meistern hatten und was sie antrieb. Begleiten Sie die Kaufleute durch die ersten Jahrzehnte in Barcelona und lernen sie die spätmittelalterliche Stadt als Knotenpunkt des Mittelmeerhandels und blühendes Zentrum der gotischen Kunst kennen.

Kuratorin: Meike Knittel M.A.

Im Zeichen des Krieges - Ravensburg und der Erste Weltkrieg

10. Oktober 2014 bis 12. April 2015

Plakat im Zeichen des KriegesDie Ausstellung betrachtet den Krieg an der militärischen Front und in der Heimat aus lokalgeschichtlichem Blickwinkel. Der Mangel an Allem was zum Leben benötigt wurde sowie die vielen Verluste prägten das Privatleben der Menschen und das öffentliche Geschehen in der Stadt.

Die Sonderausstellung "Im Zeichen des Krieges – Ravensburg und der Erste Weltkrieg" im Museum Humpis-Quartier stellt mit lokalgeschichtlichem Blickwinkel in fünf Räumen sowohl die Atmosphäre im Ravensburg der Kaiserzeit, während der spannungsgeladenen Tage der Mobilmachung sowie verschiedene Facetten der Kriegserfahrung in der Heimat und an der Front dar. Zahlreiche Fotografien und Objekte erzählen zum Beispiel die Geschichte der Frauen, die in der Rüstungsindustrie die Männer ersetzten und trotz der unzureichenden Versorgung ihre Familien ernähren mussten. Alle Ravensburger mussten in dieser „eisernen Zeit“ mit eingeschränkten Mitteln Außerordentliches leisten. Ihre Anstrengungen waren nicht nur auf das Wohlergehen der Stadtbewohner ausgerichtet, sie versorgten zusätzlich die Verwundeten in den fünf Lazaretten Ravensburgs. Außerdem spielte der Krieg an den militärischen Fronten eine wichtige Rolle in ihrem Alltagsleben. Viele der Männer erlebten die Jahre 1914 bis 1918 fernab der Stadt.
Die Ausstellung taucht in den Kriegsalltag an der Front ein und zeigt originale Feldpostbriefe und Kriegsfotografien eines Ravensburger Kriegsfreiwilligen, der über vier Jahre hinweg mit seiner Familie an der „Heimatfront“ auf diese Weise kommunizierte. So wurde auf Umwegen oder ganz unmittelbar jedes Leben durch den Krieg verändert. Nicht nur deswegen stellt der Erste Weltkrieg in der Geschichte Ravensburgs und ganz Deutschlands einen bedeutungsvollen Einschnitt dar. Die tiefgreifenden politischen Veränderungen und die Erfahrung des verlorenen Krieges stellten die Weichen für den katastrophalen weiteren Verlauf der Ereignisse im 20. Jahrhundert.

Kuratorin: Ina Szymnau M.A.

Meine Heimat im Glas - Ravensburger Heimatvertriebene

11. April bis 14. September 2014

Plakat Meine Heimat im GlasNach dem Zweiten Weltkrieg kamen rund 6.000 Heimatvertriebene v. a. aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien, aus dem Sudetenland, Westpreußen und Danzig nach Ravensburg. Die Sonderausstellung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Lebensgeschichten, mit der Integration und den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leistungen der Heimatvertriebenen in Ravensburg und setzt sich mit dem vielfältigen Begriff Heimat auseinander.

Kuratorin: Dr. Elena Bitterer
Vermächtnis: Margarete Philipp


Heilige Kunst aus dem Verborgenen

8. November 2013 bis 16. März 2014

Plakat Heilige Kunst aus dem VerborgenenLange war sie auf Dachböden, in Depots und in Sakristeischränken verborgen: die sakrale Kunst aus den Ravensburger Werkstätten von Theodor Schnell dem Älteren und dem Jüngeren sowie von Moriz Schlachter. Heute erfreuen sich die Kirchenausstattungen des Historismus wieder großer Beliebtheit, zeigen sie doch die ganze Bandbreite der europäischen Kunststile. Egal ob Neuromanik, Neugotik, Neurenaissance und Neubarock, die drei Ravensburger Meister beherrschten sie alle, haben hunderte von Kirchen in und um Ravensburg ausgestattet. Theodor Schnell der Jüngere hat sich auch in den Jugendstil vorgewagt und exzellente Werke geschaffen. Das Museum Humpis-Quartier hat Skulpturen und Altäre von großer Schönheit aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt; auf einem inszenierten Rundgang sind diese zu entdecken.

Kurator: Ralf Reiter

Auf Tuchfühlung

26. April bis 13. Oktober 2013

Plakat Auf Tuchfühlung1000 Jahre Textilgeschichte in Ravensburg und am Bodensee. Ravensburg war über Jahrhunderte hinweg eine Textilstadt. Der Produktion von Leinwand und dem Baumwollmischgewebe Barchent verdankten die Stadt und die gesamte Region Bodensee-Oberschwaben im Spätmittelalter ihren Reichtum. Die Sonderausstellung "Auf Tuchfühlung. 1000 Jahre Textilgeschichte in Ravensburg und am Bodensee" im Museum Humpis-Quartier widmet sich vom 26.4. – 13.10. dieser Erfolgsgeschichte.
In den Städten vom Bodensee bis in das Allgäu schossen tagein tagaus die Webschiffchen durch die Webstühle und erzeugten Leinwand und Barchent. Die gesamte ummauerte Reichsstadt Ravensburg war mit Orten, Institutionen und Menschen besiedelt, die Textilien produzierten, veredelten und verkauften. Ihre Erzeugnisse wurden von den süddeutschen Handelsgesellschaften nach ganz Europa exportiert.
Mit vielen originalen Objekten aus St. Gallen, Wangen, Biberach, Augsburg und Ravensburg wird die Zeit der Spinnerinnen, Weber und Kaufleute zum Leben erweckt und an die ehemalige Bedeutung der Textilwirtschaft für die Region erinnert.

Kurator: Marc Spohr M.A.

StadtGasLicht - 1862-2012

28. Oktober 2012 bis 31. März 2013

Plakat StadtGasLichtVom 28. Oktober 2012 bis zum 31. Mai 2013 präsentiert das Museum Humpis-Quartier eine erhellende Ausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Gasversorgung in Ravensburg.
Die Beleuchtung der Städte durch „Sonne, Mond und Sterne“ (und durch Kerzen oder Öllaternen) endete im frühen 19. Jahrhundert. Der Bau von Gaswerken hatte die Basis für den Siegeszug der Straßenbeleuchtung geschaffen. Auch die Stadt Ravensburg wollte an diesem Fortschritt teilhaben und ließ unweit des Bahnhofs ein Gaswerk errichten, wo eigenes Stadtgas produziert werden konnte. Am 28. Oktober 1862 erfreuten sich die Ravensburger an ihren hell erleuchteten Straßen. Zukünftig sollte auch die Arbeit in Fabriken und Firmen unabhängig vom Tageslicht möglich werden. Damit beginnt die Geschichte der heutigen Technischen Werke Schussental (TWS).
Die Ausstellung erzählt mit vielen Originalobjekten und Filmbeiträgen die Erfolgsgeschichte der Gasversorgung in Ravensburg. Neben der faszinierenden Technik stehen immer wieder die Menschen im Mittelpunkt der Ausstellung: die Gaswerksarbeiter, der Direktor und der Kassier, die Installateure und die Kunden. Die Ausstellung wirft einen neugierigen Blick in deren Werkstätten und Privathaushalte und wagt einen Blick in die Zukunft der Gasversorgung.

Eine Gemeinschaftsausstellung der Technischen Werke Schussental und des Museums Humpis-Quartier.

Die Humpis in Genua - palazzi, luoghi und caruggi

28. April bis 23. September 2012

Plakat Humpis in BarcelonaDie Große Ravensburger Handelsgesellschaft unter der Leitung der Familie Humpis gehörte im späten Mittelalter zu den erfolgreichsten europäischen Großhandelsunternehmen. Eine ihrer wichtigsten Niederlassungen befand sich in Genua. Begleiten Sie die Humpis in die geschäftige Atmosphäre der Hafenstadt und schauen Sie den Kaufleuten beim Handel mit Luxusgütern über die Schulter. Erleben Sie italienisch-ligurisches Flair in Ravensburg.

Die Kaufleute des Mittelalters und ihre Handelswaren gibt es schon lange nicht mehr. Doch ihre unglaublichen Geschichten von Mut, Geschäftssinn und Reichtum sind bis heute erhalten geblieben. Ebenso wie die faszinierende Hafenstadt Genua mit ihren Kulturdenkmalen aus dem Mittelalter. Die inszenierte Ausstellung entführt den Besucher in das mittelalterliche Genua, lässt ihn an sechs zentralen Stationen anhalten und erzählt die ungewöhnliche Erfolgsgeschichte der Humpis in der pulsierenden Handelsstadt des Mittelalters. Dort hatte die Gesellschaft über lange Perioden nahezu eine Monopolstellung. Ab 1440 lässt sich in Genua kaum ein deutscher Kaufmann nachweisen, der nicht der Ravensburger Handelsgesellschaft angehörte. Die Seerepublik mit ihrem Mittelmeerhafen hatte für die Ravensburger zentrale Bedeutung: Von Genua aus versorgte die Gesellschaft die expandierende oberitalienische Wolltuchindustrie mit ihrem begehrtesten Rohstoff, der Merino-Wolle. In kurzer Zeit wurden die Ravensburger zu einem der dominierenden Akteure auf diesem Markt. Von Genua erfolgte auch der Handel mit wertvollen genuesischen Seidenstoffen wie Samt, Damast und Brokat auf große Messen und in die Levante, den östlichen Mittelmeerraum.

Die Rutenmacher

6. Mai bis 31. Juli 2011

Plakat Die Rutenmacher100 Jahre ‚glückselige Ruata‘ mit der Rutenfestkommission. Vom 6. Mai bis zum 31. Juli präsentierte das Museum Humpis-Quartier eine farbenprächtige Jubiläumsausstellung über das Rutenfest, in der man vielen Höhepunkten, Traditionen und Persönlichkeiten aus 100 Jahren Rutenfest begegnet. Amateur-Rutenfilmer haben hierfür ihre historischen Aufnahmen zur Verfügung gestellt, Rutenfest-Fans ihre Fotoalben und Schatztruhen geöffnet, Schützen sich von ihren Trophäen getrennt und die Rutenfestkommission einen Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit ermöglicht. So kann man in der Umgebung von ungewöhnlichen Objekten beim Antrommeln, beim Rutentheater, beim Festzug oder beim Schießen schon Monate vor dem Fest eine rutelige Stimmung erleben. Anlass hierfür ist das 100-jährige Bestehen der Rutenfestkommission, die seit einem Jahrhundert das Fest der Feste für die Ravensburger ausrichtet.

Jacob Russ - Spätgotischer Bildschnitzer aus Ravensburg

10. Dez. bis 27. Februar 2011

Plakat Jakob RussDer Ravensburger Bildhauer Jacob Russ gehört zu den großen Künstlern der Spätgotik.
Mit dem Hochaltar in Chur (1486-1491) und dem Rathaussaal in Überlingen (1491-1494) hat er Maßstäbe gesetzt. In und um Ravensburg werden ihm bzw. seiner Werkstatt zahlreiche Heiligenfiguren  zugeschrieben.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit Leben und Werk des ungewöhnlichen Meisters, mit der Bedeutung von Kunsthandwerk in der spätmittelalterlichen Stadt und dem Entstehungsprozess spätgotischer Werke. In fünf inszenierten Räumen begegnet man ungewöhnlichen Figuren aus Überlingen, Chur, Stuttgart und aus Kirchen in und um Ravensburg mit ihren ausdrucksstarken Gesichtern und feinen Händen.

Mit Volldampf voraus! Ravensburg und Oberschwaben 1810-1910

16. September bis 14. November 2010

Plakat Mit Volldampf vorausIn nur 100 Jahren hat Ravensburg in einer Geschwindigkeit sein Gesicht verändert wie in keinem Zeitraum zuvor.
Ungewöhnliche Objekte aus dem Zeitalter der Industrialisierung zeigen, wie rasant und nachhaltig sich Ravensburg und Oberschwaben von 1810 bis 1910 verändert haben: Bahnhöfe und Kraftwerke entstanden, Stadtmauern und Zollstationen verschwanden. Die Industrialisierung revolutionierte Wirtschaft, Gewerbe und Gesellschaft.
Die Gemeinschafts-Ausstellung der Städte Ulm, Leutkirch und Friedrichshafen mit ihren vielen Originalobjekten und Ansichten aus dem 19. Jahrhundert versetzt die Besucher in das spannende Zeitalter der Industrialisierung Ravensburgs und Oberschwabens.

Hausser-Fotos - 7980 Ravensburg

26. März bis 27. Juni 2010

Plakat Hausser Fotos44 Jahre lang, von 1950 bis 1994, hatte der Fotograf Erich Hausser in Familien in Ravensburg und weit darüber hinaus fast Kultstatus. Er fotografierte von der Taufe bis zur Beerdigung, Kommunion und Konfirmation, Hochzeiten Geschäftsjubiläen. Eine Attraktion waren seine Fotos von Prominenten – Romy Schneider & Karlheinz Böhm bei „Sissi-Dreharbeiten“, Albert Schweitzer oder der Clown Grock. Auch Fotos von Ravensburger Geschäften, von Handwerkern und Arbeitern, von regionalen Künstlern, von Freizeit und Alltagskultur finden sich ebenso in der riesigen Sammlung. Eine Auswahl von 120 interessanten Fotos ist im Museum Humpis-Quartier vom 26. März bis zum 27. Juni 2010 zu sehen.

Die barocke Klösterle-Weihnachtskrippe

9. Dezember 2009 bis 2. Februar 2010

Plakat Die barocke Klösterle-Weihnachtskrippe...goldglänzende Engel verkünden die Geburt Christi, Elefanten und Kamele begleiten den prächtigen Zug der Heiligen Drei Könige, orientalische Prunkzelte bergen Myrrhe, Gold und Weihrauch für das Jesuskind...

Die große „Klösterle-Weihnachtskrippe“ mit ihren nahezu 300 Figuren und ihren mächtigen Kulissen gehört zu den interessantesten und größten oberschwäbischen Krippen. Sie ist in besonderem Maße Ausdruck von Frömmigkeit und Krippenkunst. Ihre ungewöhnliche Beschaffenheit verdankt sie dem Umstand, dass die Armen Schulschwestern vom Klösterle in Ravensburg 1905 eine Barockkrippe aus Unterschwarzach (Bad Wurzach), die dort unter der Bezeichnung Mosersche Krippe bekannt war, mit einer weiteren barocken Weihnachtskrippe aus Baach bei Zwiefalten vereinigten. Die Klösterle-Krippe umfasst fünf Szenen. Dargestellt werden die Geburt Christi, der Zug der Heiligen Drei Könige, der Palast des Herodes, die Anbetung der Heiligen Drei Könige und die Hochzeit von Kana.
Die Mosersche Krippe zeichnet sich insbesondere durch ihre wunderschönen barocken Holzfiguren aus, deren Köpfe, Arme und Füße wohl von einem Wurzacher Meister geschnitzt worden sind (in späterer Zeit teilweise durch Wachs ergänzt). Der Krippenteil aus Zwiefalten umfasst das himmlische Jerusalem sowie den repräsentativen Herodespalast, wobei die märchenhaften Kulissen größtenteils im 19. Jahrhundert hinzugefügt worden sind.
Lange Zeit war die Krippe in der Mädchenschule Klösterle selbst zu sehen, auf Initiative von Reinhold Nonnenbroich und des Wirtschaftsforums Pro Ravensburg ist sie dann im Rathaus gezeigt worden und zuletzt hat sie das Stadtarchiv im Jahr 2001/2002 im Heilig-Geist-Spital präsentiert. In einer modernen Inszenierung ist die Klösterle-Weihnachtskrippe ab 9. Dezember 2009 im Museum Humpis-Quartier zu sehen.

Leihgeber: Provinzialat der Armen Schulschwestern München.

Eröffnungsausstellung - Der lange Weg zum Museum

4. Juli bis 1. November 2009

Plakat EröffnungsausstellungDie Ausstellung zeigt die zahlreichen Stationen auf dem langen Weg zu einem großen kulturhistorischen Stadtmuseum für Ravensburg. Durchschreiten Sie virtuell die kuriose Sammlung des Kunst- und Altertumsvereins, das Heimatmuseum Vogthaus und ein Fremdenzimmer der Familie Hindelang. Machen Sie Bekanntschaft mit vielen Akteuren der Museumsgesellschaft und den großzügigen Spendern von Museumsobjekten. Ein Film von Jürgen Bretzinger und Paul Grom zeigt die Veränderung des Humpis-Quartiers zum Museum.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag11 - 18 Uhr
Donnerstag11 - 20 Uhr
Wegen Überarbeitung und Wartung der Ausstellungstechnik bleibt das Museum
von 11.12. - 14.12 geschlossen
Karfreitag, 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen.

Mehr Info

 

Eintritt

Erwachsene5 € 
Ermäßigt3 €
Kinder bis 18 Jahrefrei 
Gruppen ab 10 Personen
4 € 

Im Eintritt enthalten sind auch die Sonderausstellungen

Mehr Info

 

Museumsfilm